Die Geburt des TuS Pasing Obermenzing am 15. April 1955

Sieben Jugendspieler und die von Fritz Gerstung in seiner "Körperschuie Gerstung" trainierten Mädchenmusterriegen bildeten gemeinsam mit den Gründungsvätern den Stamm des TuS Pasing Obermenzing. Die bei den Besprechung anwesenden Väter beschlossen, in dieser Stunde einen "Jugend- Turn- und Sportclub" zu gründen. Vorsitzender wurde Paul Weber, die sportliche Leitung übernahm Fritz Gerstung. Wie der Gründungsname sagt, stellten die Gründer die Jugendarbeit in die vorderste Linie. Diese Zielsetzung ist bis zum heutigen Tage oberste Leitlinie in unserer Sportgemeinschaft geblieben. Als der TuS 1955 beim BLSV angemeldet wurde, bestand er aus 20 Personen, 4 Erwachsenen und 16 Jugendlichen. Da die Satzung des BLSV aber 8 Erwachsene vorschreibt, wurde der TuS zunächst abgewiesen. Nach einige Wochen wurden aber noch genügend "Gründungseltern" gefunden und es konnten alle Einsprüche gegen den TuS zurückgewiesen werden; der TuS Obermenzing war erfolgreich gegründet. Als Turn- und Sportclub Pasing Obermenzing e.V" wurde unsere Sportgemeinschaft dann ins Vereinsregister eingetragen.

Die von Fritz Gerstung trainierte Mädchenmusterriege brachte bereits im Frühjahr 1955 beim belgischen Jugendturnfest in Antwerpen einen vielbeachteten Sieg nach Hause; und das bei einer Beteiligung von 136 starken internationalen Mannschaften. Der BLSV schrieb am 1.07.1955 in seiner Zeitung: "Pasinger Sportmädel begeistern Antwerpen". Fritz Gerstung schrieb in seinem Bericht, wie eindrucksvoll es war, als unsere 11 Turnmädchen in ihrer schmucken schwarzen Turnkleidung an der Ehrentribune Sonderapplaus erhielten, als sie bei der Siegerehrung die Fahne der Sportjugend des BLSV senkten und die Deutsche Nationalhymne ertönte.

Der gesamte Turn- und Sportbetrieb spielte sich damals auf dem Privatgelände des Ehepaares Gerstung am Schirmerweg ab. Gerstung selbst trainierte Turngruppen und Hockeymannschaften bis ins hohe Alter und unterrichtete mit 80 Jahren noch täglich am Privatgymnasium von Dr. Chmiel. Das Gelände am Schirmerweg war als Trainingsgelände zwar ideal, aber als Wettkampfstätte für Hockey nicht geeignet. In Besprechungen mit der Bundesbahn und dem Pächter des Nymphenbades bekam Paul Weber die Zustimmung zum Bau eines Hartplatzes im Gelände des Nymphenbades. Es wurde geplant, vermessen und unzählige Arbeitsstunden aller Clubmitglieder in diesen Platz gesteckt; tausende Kubikmeter Kies wurden verarbeitet, verteilt und planiert; gespendet vom Schirmherr des TuS, Willy Fohmann, der auch die Planierraupen unentgeltlich zur Verfügung stellte. Da kam die erste schwere Prüfung für den jungen Verein. Die Bundesbahndirektion München ordnete die sofortige Einstellung alles Arbeiten auf dem Gelände an und untersagte die Genehmigung zur Benutzung des fast fertigen Platzes durch den TuS. Alle Mühe, alle Zeit und alle großzügig gesteifteten Werte waren nutzlos vertan!

Innerhalb eines Jahres hatte Fritz Gerstung nicht nur erfolgreiche Turnriege, sondern auch eine Hockey-Damenmannschaft, Knaben- und Jugendmannschaften und eine Herren- und Altherrenmannschaft auf die Beine gestellt und so bekannt gemacht, dass die deutsche Hockeyzeitung von den "Gerstungschülern des TuS Pasing Obermenzing" berichtete. Aber immer fehlte noch der eigene Platz, das Fundament einer eigenständige Vereinsarbeit. Aus das Drängen bei den zuständigen Ämtern hin wurde dem TuS die "Weinbergerwiese" an der Planegger Straße zur widerruflichen Benutzung zugeteilt. Das weitere ständige Drängen ließ den Erfolg nicht ausbleiben. Im Herbst 1957 übergab das Stadtamt für Leibesübungen dem TuS das für den Bau eines Bezirksstadions vorgesehene Gelände hinter der Volksschule von Obermenzing zur vorläufige Benutzung, mit der Auflage, für die Pflege und Instandhaltung des Platzes besorgt zu sein. Und wieder bewährte sich der Gemeinsinn des Clubs. In kürzester Zeit waren Materialien und Werkzeuge beschafft. 85 Rohre wurden einbetoniert und ein Maschendrahtzaun gezogen und der Platz hergerichtet. Ab dem Frühjahr 1958 durfte der Platz bespielt werden. Die gute Qualität des Platzes sprach schnell herum, und so traten selbst Oberligavereine gerne als Gäste gegen unsere Mannschaften an.

Fast gleichzeitig mit dem Sportplatz bekam TuS einen wöchentlichen Übungsabend in der Volksschule Obermenzing zugewiesen. Dieser Übungsabend in der neuen Turnhalle teilten sich unsere ersten Übungsleiter Walburga Gennrich, Luise Baumeister und Alois Härpfer. Als im Jahr 1959 neben der Grandlschule die Mädchenrealschule erbaut wurde, bekam der TuS nochmals vier Wochenabende für seine Turnerinnen und Turner; womit für uns ausgezeichnete Möglichkeiten für die zukünftige Entwicklung gegeben weren.

Erst 22 Jahre später - in 1978 - beginnt unter der Leitung von Albert Kerler eine Freizeitgruppe mit ca. 20 Mädchen mit Volleyball. Seine Frau Gabriele Kerler, selbst Spielerin in der Volleyball Bundesliga und Besitzerin einer Übungsleiterlizenz, möchte eine Leistungsgruppe aufbauen.